Aromapflege in der Selbstmedikation

Mit einfachen Rezepten kann man kleinere Beschwerden natürlich behandeln, die ätherischen Öle in die Schönheitspflege integrieren und das Wohlbefinden steigern. Aber Vorsicht! Auf dem Markt - auch in Drogerien und Apotheken - sind viele synthetische Öle erhältlich, die therapeutisch wertlos sind und nicht auf der Haut/Schleimhaut angewendet werden dürfen. Wie Sie mit den ätherischen Ölen richtig umgehen und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie im folgenden Text:

 

Wie weiss man, ob ein ätherisches Öl naturrein ist oder synthetisch hergestellt wurde?

Wichtig ist, dass man vor dem Kauf einen prüfenden Blick auf das Etikett wirft. Folgende Angaben müssen bei einem naturreinen Öl angegeben sein:

  • Deutscher und botanischer Name
  • gegebenenfalls Chemotyp
  • verwendeter Pflanzenteil
  • Herkunftsland
  • 100% naturreines ätherisches Öl (nicht "naturidentisch", "veredelt", "Parfümöl" o.Ä)
  • Füllmenge
  • Art des Anbaus (kbA = kontrolliert-biologisch, demeter = Demeter-zertifizierte Bioqualität, Ws = Wildsammlung etc.)
  • Herstellungsverfahren (Wasserdampfdestillation, Extraktion etc.)
  • rückstandskontrolliert (rück.)
  • Zusatz und Mischungsverhältnis in Prozent (bei teuren oder zähflüssigen Ölen wie z.B. Melisse, Rose türkisch)
  • Chargennummer
  • evtl. Haltbarkeitsdatum
  • Sicherheitshinweise

 

Muss es Bio-Qualität sein oder nicht?

Wenn möglich, ist die Bio-Qualität zu wählen. Anderenfalls können sich Pestizide im Öl befinden, was zu Haut-/Schleimhautreizungen und Kopfschmerzen führen kann.

 

Warum sind teils ätherische Öle so teuer?

Die Preisgestaltung richtet sich nach der Ölausbeute der jeweiligen Pflanze, dem Arbeitsaufwand, dem Herstellungsverfahren etc., was zu unterschiedlichen Preisen führt.

Als Beispiel: Für 1kg Jasmin-Absolue werden 1000kg Blüten (8 Millionen Blüten) benötigt.

Sollten Sie also sehr günstige Öle finden oder haben alle den gleichen Preis, ist das ein weiterer Hinweis dafür, dass es sich nicht um naturreine ätherische Öle handelt. Qualität hat ihren Preis. Da lohnt es sich, ein paar Franken mehr auszugeben und Ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun.

 

Vertrauen

Es ist wichtig, dass Sie für sich eine verlässliche Verkaufsquelle finden, bei der Sie sicher sein können, dass Sie 100% naturreine ätherische Öle erwerben können. Untenstehend liste ich Ihnen ein paar dieser Anbieter auf, es gibt aber noch viele andere.

  • Phytomed (ich beziehe die Aromaprodukte ebenfalls über Phytomed und stehe hinter der Qualität)
  • Swissherb
  • Farfalla
  • Primavera
  • Aromalife

 

Was ist im Umgang mit ätherischen Ölen zu beachten?

Viele Menschen sind irrtümlicherweise immer noch der Meinung, dass das Produkt nicht schädlich sein kann, wenn es natürlich ist. Das ist nicht korrekt. Wie Paracelsus schon sagte:

"Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."

 

Die meisten ätherischen Öle sind in der richtigen Dosierung unbedenklich. Auf die Dosierung gehe ich weiter unten noch genauer ein. Jedoch gibt es ätherische Öle, die z.B. hautreizend oder fotosensibilisierend wirken können. In der Selbstmedikation ist die innere Anwendung, die Anwendung in der Schwangerschaft, bei Babys und Kindern sowie bei schweren Erkrankungen zu unterlassen. Diese Anwendungen gehören in die Hände der ausgebildeten Aromatherapeuten oder Naturheilpraktikern. In der Übersichtsliste sind solche Kontraindikationen und unerwünschte Wirkungen unter "zu beachten" aufgelistet.

 

Dosierung und Anwendung

Für die Selbstmedikation eignen sich z.B. Ölmischungen zum Auftragen auf die Haut, Inhalationen, Bäder und der Einsatz von Duftlampen und Raumsprays. Man kann die ätherischen Öle einzeln anwenden, aber auch als Ölmischungen. Dies ist meist sogar sinnvoll, da sie einen synergistischen Effekt aufweisen.

 

Bei den Anwendungen auf der Haut/Schleimhaut werden die ätherischen Öle in einem fetten Öl (Trägeröl) vermengt, um die Verträglichkeit zu erhöhen. Bis auf wenige Ausnahmen wirken pur aufgetragene ätherische Öle hautreizend, da es sich um hochkonzentrierte Pflanzenextrakte handelt.  Als Trägeröle kommen z.B. Mandelöl, Jojobaöl, Johanniskrautöl etc. in Frage.

 

Werden die ätherischen Öle in Bädern angewendet, muss ein Emulgator dazu gegeben werden, damit sie nicht auf der Wasseroberfläche schwimmen und die Verträglichkeit erhöht wird. Als Emulgator eignen sich z.B. Honig, Sahne oder Vollmilch.

 

Ölmischungen: 3-6 Tropfen ätherisches Öl pro 10ml Trägeröl

Vollbäder: 5-10 Tropfen ätherisches Öl auf 1 EL Emulgator

Inhalationen: 2-4 Tropfen ätherisches Öl ohne Trägeröl/Emulgator

Duftlampen: 2-3 Tropfen ätherisches Öl ohne Trägeröl/Emulgator

Raumsprays: 20-30 Tropfen ätherisches Öl in 100ml Alkohol/Wasser

 

Diese Dosierungen sind nicht verbindlich und müssen individuell angepasst werden. Auch spielen die Duftstärke, die unerwünschten Wirkungen und die Individualität des Anwenders eine Rolle. Grundsätzlich gilt, anfangs niedrig dosieren und bei guter Verträglichkeit evtl. steigern.

 

Wozu braucht es Trägeröle?

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte, duftende Pflanzenessenzen, die mehrere hundert Inhaltsstoffe enthalten. Kommen diese hohen Konzentrationen pur auf die Haut, können sie zu Hautreizungen führen. Um die Verträglichkeit zu erhöhen und die Anwendung zu erleichtern, werden sie in Trägerölen vermengt. Trägeröle sind pflanzliche fette Öle und spielen die wichtigste Rolle als Trägersubstanz für ätherische Öle.

Öle, die aus Erdöl gewonnen werden wie z.B. Vaseline und Paraffin, dichten die Haut ab und haben eine Schutzwirkung. Sie sind jedoch für den therapeutischen Einsatz nicht geeignet. Schauen Sie also auch hier, dass Sie qualitativ wertvolle pflanzliche Öle verwenden. Eine kleine Auswahl finden Sie in der Übersicht Trägeröle.

 

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spass beim Erkunden neuer Düfte und Kennenlernen der ätherischen Öle.